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Der gestiefelte Kater (Marcato, HI-FI 40458)

Ein Märchenhörspiel nach den Brüdern Grimm
Bearbeitet von Heinrich Schmidt | Regie: Heinz Schimmelpfennig
Musik: Arnold Möller | Illustrationen: Mouche Vormstein
Die Personen und ihre Sprecher:
Erzähler » Harald Vogelsang – Kater » Josef Meinertzhagen – Müllerssohn » Horst Bergmann
König » Wilhelm Kürten – Prinzessin » Helga Ballhaus – Zauberer » Kurt Ebbinghaus
Made in Germany — Mercato, 196? — HI-FI 40458
Informationen: Www.hoerspielwelten.de | .pdf

Der gestiefelte Kater (Seite 1.) 00:06:38

Der gestiefelte Kater (Seite 2.) 00:06:38

SEITE 1.

ERZÄHLER Es war einmal ein Müller. Der hatte drei Söhne. Alle drei halfen ihm fleißig beim Mahlen. Als nun der Müller starb, hinterließ er dem ältesten die Mühle, dem zweiten den Esel, aber dem dritten nichts als den Kater. Da wurde der jüngste Sohn traurig und sprach zu sich selbst.

MÜLLERSSOHN Ach, warum habe ich nicht die Muhle oder den Esel bekommen. Damit kann man wohl sein Brot verdienen. Aber ein Kater, was nützt mir ein struppiger Kater? Also, ich weiß es wirklich nicht.

ERZÄHLER So klagte der jüngste. Der Kater aber, der alles gehört hatte, sprang unterm Ofen hervor, strich sich den Schnurrbart glatt und sagte:

KATER Miau.

MÜLLERSSOHN Was willst du, Kater?

KATER Seid ruhig, Herr! Ich will Euch helfen.

MÜLLERSSOHN Ach du, was könntest du schon?

KATER Miau, gebt mir nur einen Sack und ein Paar Stiefel.

MÜLLERSSOHN Was? Ein Paar Stiefel? Du bist wohl nicht ganz gescheit?

KATER Miau, bei meinem Bart, lacht nicht! Tut lieber, was ich sage. Ihr werdet schon sehen, daß Euch kein schlechtes Erbe zugefallen ist.

MÜLLERSSOHN Du machst mich neugierig, Kater.

KATER Hör zu! Kennt Ihr den König?

MÜLLERSSOHN He, du, du willst ihm doch nicht etwa Mäuse fangen?

KATER Nein, Herr!

MÜLLERSSOHN Was sonst?

KATER Kaninchen und Fasanen!

MÜLLERSSOHN Kaninchen und Fasanen?

KATER Des Königs Leib- und Magenspeise!

MÜLLERSSOHN Na und? Die ißt er doch alle Tage!

KATER Nein, eben nicht, miau!

MÜLLERSSOHN Also, was nein und was miau?

KATER Die Jäger des Königs, Herr, sind dumm wie Bohnenstroh!

MÜLLERSSOHN Was du nicht sagst

KATER Und faul und ungeschickt. Was gilt die Wette, Herr? Wenn ich dem König Tag für Tag in Eurem Namen, versteht Ihr, Kaninchen und Fasanen bringe, dann werdet Ihr am königlichen Hof…

MÜLLERSSOHN Nun, was?

KATER Bestimmt ein Graf!

MÜLLERSSOHN Haha, haha, jawohl, und du ein königlicher Mäusefänger!

KATER Ihr werdet’s schon sehen, Herr.

MÜLLERSSOHN Na gut! Warum denn nicht? Hier, hier ist ein Sack! – Und hier, hier sind die Stiefel! Ich trug sie als Junge. Zieh sie an. Siehst du, sie passen dir. Und nun…

KATER Ich halte mein Wort! Adieu! Miau!

MÜLLERSSOHN Nur zu, nur zu, Herr königlicher Kammerjäger!

ERZÄHLER Jaja, so geht’s! Der Müllerssohn glaubte nicht recht an die Worte des Katers. Der aber fing auf den Feldern eine Menge Fasanen, steckte sie in den Sack, lief zum Schloß, ließ sich beim König und der Prinzessin melden und sprach zu ihnen:

KATER Miau, mein allergnädigster König!

PRINZESSIN Nein, seht doch nur, Vater!

KATER Edle Prinzessin.

PRINZESSIN Ein gestiefelter Kater!

KÖNIG Still doch! Herr Kater, was bringt Ihr mir?

KATER Fasanen, Majestät!

KÖNIG Wa-wa-was? Fasanen?

PRINZESSIN Ei Vater, Eure Lieblingsspeise!

KATER Von meinem Herrn, Majestät, dem Grafen von Karabas!

KÖNIG Wahrhaftig, Fasanen!

PRINZESSIN Und mehr als ein Dutzend.

KÖNIG Sagt Eurem Herrn, daß wir ihm danken!

PRINZESSIN Und ihn zu sehen wünschen.

KÖNIG Gewiß, auch das. Ach, diese Fasanen…

PRINZESSIN Heute nachmittag, Kater.

KÖNIG Nein, diese Fasanen…

PRINZESSIN Am Fluß, wenn wir spazieren fahren.

KATER Miau, von Herzen gern, Prinzessin. Ich fliege schon, ich eile…

ERZÄHLER Und wirklich, der Kater war in seinem Leben nie schneller gelaufen. Atemlos kam er zu seinem Herrn, dem Müllerssohn, und sprach zu ihm:

KATER Miau, miau, miau… Nun Herr, da bin ich

MÜLLERSSOHN Tatsächlich, der Kater!

KATER Hab’ ich mein Wort gehalten?

MÜLLERSSOHN Warst du beim König?

KATER Miau, und auch bei der Prinzessin.

MÜLLERSSOHN Das schwindelst du!

KATER Bei meinem Schnurrbart, Herr, es ist die reine Wahrheit!

MÜLLERSSOHN Und die Prinzessin?

KATER Ist die schönste Prinzessin der Welt!

MÜLLERSSOHN Das weiß ich. Und weiter?

KATER Hmhm, sie will Euch danken.

MÜLLERSSOHN Wofür?

KATER Für die Fasanen.

MÜLLERSSOHN Also, das glaubst du selber nicht.

KATER Herr, Ihr beleidigt mich.

MÜLLERSSOHN Aber, aber, mein Guter. So war das ja nicht gemeint.

KATER Das will ich hoffen, miau, und wenn Ihr meinem Rate folgt, ist Euer Glück gemacht.

MÜLLERSSOHN Mein Glück?

KATER Miau!

MÜLLERSSOHN Na schön, was schlägst du vor?

KATER Kommt mit!

MÜLLERSSOHN Wohin?

KATER Zum Fluß!

MÜLLERSSOHN Hahahaha, zum Fluß? Ich denke, du bist wasserscheu, mein Lieber?

KATER Beeilt Euch, Herr! Ich will Euch alles er-

MÜLLERSSOHN Na gut, ich komme!

KATER Miau.

MÜLLERSSOHN Weiß der Himmel, was das alles bedeuten soll.

KATER Miau, miau, verlaßt Euch nur auf mich.

ERZÄHLER Mit diesen Worten gingen die beiden hinaus, wandten sich talwärts zum Fluß und rasteten an dessen Ufer. Da es aber Sommer war und die Sonne auf sie hernieder brannte, überredete der Kater seinen Herrn, nachmittags im Flusse zu baden. Versteckte dabei dessen Kleider, hielt nach der Staatskarosse Ausschau und rief, als die Kutsche des Königs herankam:

KATER Zu Hilfe, zu Hilfe!

KÖNIG Halt Kutscher, halt!

KATER Zu Hilfe, zu Hilfe!

KÖNIG Um Gottes willen, das ist ja der Kater!

KATER Ach, rettet den Grafen!

PRINZESSIN Was ist denn geschehen?

KATER Mein armer Herr, mein armer Herr!

PRINZESSIN Ja, so redet doch.

KATER Der Herr Graf von Karabas ertrinkt.

KÖNIG Ertrinkt?

PRINZESSIN O Gott!

KÖNIG Schnell, Kutscher!

PRINZESSIN Rettet den Grafen!

KATER Ja, rettet, rettet ihn schnell!

PRINZESSIN Seht, Vater, der Kutscher springt in den Fluß.

KÖNIG Er taucht.

PRINZESSIN Er packt ihn.

KÖNIG Er hat ihn gerettet.

PRINZESSIN Ja, Vater, ja, er hat ihn gerettet.

KATER Miau, miau, miau.

SEITE 2

ERZÄHLER Habt ihr’s gehört? Das alles war das Werk des schlauen Katers. Und so geschah es, daß der Müllerssohn wie ein Graf behandelt in prächtige, neue Gewänder gekleidet und gebeten wurde, in der goldenen Kutsche Platz zu nehmen. Der Kater aber war glücklich, daß seine Pläne so gut gelungen waren. Nun lief er der Kutsche überall heimlich voraus und rief den Bauern auf den Wiesen, auf den Feldern und im Walde zu:

KATER Gleich fährt der König vorbei. Wenn er Euch fragt, wem dieses alles gehört, dann sagt ihm, dem Grafen von Karabas. Hört ihr? Sonst werdet ihr alle gehängt! Miau.

ERZÄHLER Und sollte man es wohl glauben, auch diese List gelang dem Kater vortrefflich. Denn wenn der König vorbeifuhr und die Leute auf den Wie¬sen, auf den Feldern und im Walde fragte, wem das alles gehöre, dann riefen sie alle im Chor:

BAUERN Dem Grafen von Karabas!

ERZÄHLER Da staunte der König, wandte sich freundlich zum Müllerssohn und sagte:

KÖNIG Ihr müßt sehr reich sein, Herr Graf?

ERZÄHLER Und die Prinzessin, die den vermeint¬lichen Grafen längst liebgewonnen hatte, lächelte ihm huldreich zu. Der Kater war indessen zu einem wunderschönen Schloß gekommen. Darin wohnte ein Zauberer, einer der mächtigsten und reichsten der Erde. Gestiefelt und gespornt, wie er war, ließ sich der Kater bei dem Zauberer melden, verneigte sich tief vor ihm und sagte:

KATER Miau, hochzubeehrender Herr Zauberer! Ich wollte nicht an Eurem wunderschönen Schloß vor¬übergehen, ohne die Ehre gehabt zu haben…

ZAUBERER Nun?

KATER Ohne die hohe Ehre gehabt zu haben, Euch meine Aufwartung zu machen!

ZAUBERER So, so, so?!

KATER Man hat mir versichert, Herr Zauberer, daß Ihr die Kunst versteht, Euch in ein Tier, gleich wel¬cher Art, zu verwandeln.

ZAUBERER Und in welches Tier, meint man, könne ich mich verwandeln?

KATER Oh, in mancherlei Tiere, Herr Zauberer.

ZAUBERER Zum Beispiel?

KATER Zum Beispiel in einen Löwen.

ZAUBERER Hahaha, wenn’s weiter nichts ist.

KATER Oder in einen Esel.

ZAUBERER Was sagst du? In einen Esel?

KATER Oder, oder gar in einen Elefanten.

ZAUBERER Oh, schon besser, mein Freund, schon besser.

KATER Wahrhaftig, das alles könnt Ihr?

ZAUBERER Aha, das und noch mehr, mein Lieber.

KATER Noch mehr? Du meine Güte, miau…

ZAUBERER Gewiß, und um es zu beweisen, sollst du mich gleich als Löwen sehen.

KATER Als Löwen? Oh…

ZAUBERER Aufgepaßt, Kater. Hokus, pokus, fiksifax!

KATER O Hilfe! Miau! Ein Löwe!

ZAUBERER Hiergeblieben, Kater!

KATER Nun seid Ihr ja wieder ein Mensch.

ZAUBERER Natürlich, Hasenfuß! Brauchst du noch mehr Beweise?

KATER Wenn Ihr erlaubt…

ZAUBERER Nur zu, nur zu!

KATER Man sagt mir, Herr Zauberer, Ihr könntet Euch auch… Aber das ist doch nicht denkbar, in ganz, ganz kleine Tiere verwandeln.

ZAUBERER Hm, ja, zum Beispiel?

KATER Zum Beispiel in eine Ratte.

ZAUBERER Hahaha, Kleinigkeit!

KATER Oder auch in eine Maus.

ZAUBERER Ha, lächerlich!

KATER In eine Maus! Hahaha, aber das ist doch gänzlich unmöglich.

ZAUBERER Unmöglich? Haha, ich will es dir beweisen.

KATER Ha, was Ihr nicht alles könnt, Herr Zauberer.

ZAUBERER Ja, da staunst du, was? Aufgepaßt, Kater! Hokus, pokus, fiksifax!

KATER Na, Freundchen? Miau, hab’ ich dich ja! Miau, miau, mein Mäuschen! Nun hat sich’s aus¬gezaubert!

ERZÄHLER Und hast du nicht gesehen, war der Zauberer im Magen des Katers verschwunden. Unter¬dessen aber hielt die Kutsche des Königs am Schloß. Der Kater trat dem König, dem Müllerssohn und der Prinzessin auf der Treppe entgegen und sprach, in¬dem er sich dreimal verneigte:

KATER Willkommen Majestät, willkommen edle Prinzessin, im Schloße meines Herren, des Grafen von Karabas!

KÖNIG Wie, Graf, dieses wundervolle Schloß gehört Euch auch?

KATER Miau, miau. KÖNIG Nein, diese Pracht!

PRINZESSIN Und diese Marmorsäulen!

KÖNIG Nun liegt es wirklich nur an Euch, Herr Graf, ob Ihr meine Tochter zur Frau nehmen wollt.

MÜLLERSSOHN Ich, die Prinzessin?

KÖNIG Ich weiß, ich weiß, Ihr seid zu bescheiden. Aber meine Tochter liebt Euch, Herr Graf.

MÜLLERSSOHN Wach’ ich, träum’ ich, ist es wirk lieh wahr? Habt Ihr mich lieb, Prinzessin?

PRINZESSIN Ja, Herr, ich Hebe Euch!

KATER Miau… Herr König, darf ich bitten? Tretet ein in die Gemächer meines Herren, des Grafen von Karabas, den diese Ehre für sein Lebtag glücklich machen wird.

ERZÄHLER Und so geleitete der Kater den König und das glückliche Paar in den funkelnden Saal. Da wurde noch am gleichen Tage die Hochzeit gehalten. Und der König ernannte den Kater zum Ersten Minister des Landes. Das hatte der wahrlich verdient, Nach Mäusen aber jagte er fernerhin nur noch, um sich die Zeit zu vertreiben.

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